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Spindschloss: Zahlencode, RFID oder Schlüssel? Auswahl, Maße und Einbau

Ein Spindschloss entscheidet darüber, wie viel Arbeit Dir die Schränke machen: verlorene Schlüssel, vergessene Pfandmünzen, aufgebrochene Fächer. Dieser Ratgeber hilft Dir bei der Auswahl zwischen Schlüssel, Zahlencode und Karte, zeigt, wie Du die richtige Ausführung für Deine Schränke bestimmst, und nennt die Fehler, an denen Projekte scheitern. Er richtet sich an Betreiber von Umkleiden, Betriebe, Vereine und Schulen genauso wie an Privatleute, die einen einzelnen Schrank umrüsten.

Kurzfassung

Schlüssel bedeutet Aufwand
Jeder Schlüssel kann verloren gehen oder weitergegeben werden, jede Notöffnung kostet Zeit. Elektronische Schlösser nehmen Dir genau das ab.
Code oder Karte
Ein Codeschloss braucht nichts außer dem Kopf des Nutzers. Ein RFID-Schloss nutzt die Karte, die Deine Leute ohnehin dabei haben.
Fest oder wechselnd
Feste Nutzer bekommen den privaten Modus, wechselnde den öffentlichen: Wer ein freies Fach nimmt, verschließt es mit eigenem Code oder eigener Karte.
Zwei Maße genügen
Türblattdicke (Kurzform bis 15 mm, Langform 15 bis 22 mm) und Einbaulage (vertikal, rechts, links). Gemessen wird dort, wo das alte Schloss sitzt.
Zubehör nicht vergessen
Schließhebel sind nicht im Lieferumfang. In Feuchträumen gehört die Gummidichtung dazu.

Welche Spindschlösser gibt es?

Für Spinde und Schränke gibt es sechs verbreitete Systeme. Jedes hat seine Berechtigung, nur nicht überall.

System Wie es öffnet Stärke Schwäche
Hebelschloss mit Schlüssel Mechanischer Schlüssel Einfach, robust, ohne Strom Schlüssel gehen verloren, Schlüsselverwaltung und Notöffnung kosten Zeit
Mechanisches Zahlenschloss Code per Drehrädchen Kein Schlüssel, ohne Strom Begrenzte Zahl möglicher Codes, Codewechsel aufwendig
Münz- und Pfandschloss Passende Münze oder Chip Kein Schlüsselmanagement, geeignet für Nassbereiche Medium nötig, höherer Verschleiß bei starker Nutzung, keine zentrale Verwaltung
Elektronisches Codeschloss (PIN) Eigener Code am Tastenfeld Nichts mitzubringen, Code vom Nutzer frei wählbar, Notöffnung per Mastercode Batterien, trockene Räume (mit Dichtung auch Feuchtbereich)
RFID-Schloss Karte, Transponder, Armband Eine Karte für alles, hygienisch, bis zu 100 Karten je Schloss Karte nötig, Kompatibilität mit vorhandenen Ausweisen vorab testen
App- und NFC-Schloss Smartphone Digitale Schlüsselvergabe aus der Ferne Nutzer brauchen ein geladenes Smartphone, höherer Preis

In unserem Sortiment findest Du die beiden elektronischen Varianten ohne Verkabelung: das Codeschloss ASSA ABLOY PIN und das RFID-Schloss ASSA ABLOY SENSE+. Beide ersetzen das vorhandene Hebelschloss über die alte Bohrung des Schranks, ohne dass Du Kabel ziehen musst.

Feste oder wechselnde Nutzer?

Die wichtigste Frage steht vor der Schlossfrage: Wer benutzt den Spind? Danach wählst Du die Betriebsart.

Modus Für wen Typische Beispiele
Privat Fester Spind, feste Person. Das Schloss öffnet mit den vorher registrierten Codes oder Karten. Mitarbeiterspinde, Werkstatt- und Lagerschränke
Öffentlich Wechselnde Nutzer. Wer ein freies Fach nimmt, verschließt es mit einem eigenen Einmal-Code beziehungsweise mit der eigenen Karte und öffnet es damit wieder. Fitnessstudio, Schwimmbad, Besucherzentrum, Museum

Beide Schlösser kennen drei Ebenen: den Nutzer, den Hausmeister oder Mitarbeiter und den Master. So kann die Leitung jedes Fach im Notfall öffnen, ohne den Mastercode herauszugeben. Beim Codeschloss PIN sind das ein 4-stelliger Benutzercode, ein 6-stelliger Hausmeistercode und ein 8-stelliger Mastercode. Beim RFID-Schloss SENSE+ sind es Benutzer-, Hausmeister- und Masterkarte.

Code oder Karte? Die Entscheidung

Entscheidungshilfe: Code oder Karte Ablauf in zwei Fragen. Erst klären, ob feste oder wechselnde Nutzer den Spind benutzen, dann, ob die Nutzer ohnehin eine Karte dabei haben. Ohne Karte passt das Codeschloss PIN, mit vorhandenem MIFARE-Ausweis das RFID-Schloss SENSE+.Wer benutzt den Spind?Feste NutzerMitarbeiter, SchülerWechselnde NutzerGäste, Besucherprivater Modusöffentlicher ModusWas haben die Nutzer dabei?Nichts außer KopfEigener CodeAusweis oder KarteMIFARE vorhandenASSA ABLOY PINCodeschlossASSA ABLOY SENSE+RFID-Schloss
Zwei Fragen genügen: Wer benutzt den Spind, und was haben die Nutzer ohnehin dabei?

Codeschloss PIN

Wenn die Nutzer nichts mitbringen sollen: kein Schlüssel, keine Karte. Bis zu 10 Benutzercodes je Schloss, Time-out-Sperre nach wiederholter Falscheingabe.

ASSA ABLOY PIN ansehen

RFID-Schloss SENSE+

Wenn MIFARE-Ausweise ohnehin vorhanden sind oder viele Personen Zugang brauchen: bis zu 100 Karten je Schloss.

ASSA ABLOY SENSE+ ansehen

Wann diese Schlösser nicht das Richtige sind

Beide arbeiten eigenständig, ohne Netzwerk und Software. Sollen Zutritte protokolliert oder Rechte zentral per Software vergeben werden, passen sie nicht. Auch im Außenbereich oder bei Spritzwasser sind sie nicht vorgesehen, und sie sind Bestellware: Die Lieferzeit beträgt etwa 6 bis 8 Wochen.

Wofür welches Schloss?

  • Fitnessstudio, Therme, Freizeitanlage: Wechselnde Nutzer ohne Personal. Öffentlicher Modus. Mit RFID, wenn Mitglieder ohnehin ein Armband oder eine Karte tragen, sonst per Code. In Nassbereichen wie Duschen, Sauna und Nassumkleide ist die Gummidichtung zwingend, denn das Schloss ist ab Werk nur für trockene Räume freigegeben.
  • Betrieb, Werkstatt, Lager: Feste Spinde für feste Personen. Privater Modus. Per Code, wenn niemand eine Karte tragen soll, per Karte, wenn Mitarbeiterausweise vorhanden sind und passen.
  • Schule, Universität, Verein, Bibliothek: Viele Nutzer, oft wechselnd. Der öffentliche Modus spart die Schlüsselausgabe. Bei sehr vielen Schränken lohnt sich eine Anlage mit voreingelesenen Masterkarten oder -codes.
  • Büro, Praxis, Wohnheim: Einzelne Fächer oder Wertschränke: ein Codeschloss reicht meist.

Ein Wort zum Pfandschloss: Es bleibt für Nassbereiche und hohe Frequenz eine bewährte Lösung. Elektronische Schlösser spielen ihre Stärke dort aus, wo Du Schlüssel und Pfandmedien nicht mehr verwalten willst.

So arbeiten elektronische Schlösser ohne Kabel

  • Strom: Drei AAA-Batterien. Beim Codeschloss PIN reichen sie für rund 25.000 Entriegelungen. Ein Netzanschluss ist nicht nötig, für eine Umkleide mit Dutzenden Spinden entfallen die Elektroarbeiten.
  • Leere Batterie: Über den Micro-USB-Anschluss versorgst Du das Schloss mit Notstrom und kommst an den Inhalt. Eine Notöffnung ohne Aufbruch ist möglich.
  • Sicherheit im Alltag: Der Griff hat eine drehmomentüberlastsichere Kupplung: Reißen am Knauf zerstört die Mechanik nicht. Das Codeschloss sperrt nach wiederholter Falscheingabe vorübergehend.
  • Zeitbasierte Entriegelung (PIN, optional): Fächer öffnen nach einem voreingestellten Zeitraum automatisch.
  • Rückmeldung: akustisch und optisch.

Maße: Welche Ausführung passt?

Zwei Angaben legen die Ausführung fest. Beide bestimmst Du in zwei Minuten am vorhandenen Schrank.

1. Türblattdicke: Kurzform oder Langform

Kurzform oder Langform: Die Türblattdicke entscheidet Skala der Türblattdicke. Von 1 bis 15 Millimeter passt die Kurzform, von 15 bis 22 Millimeter die Langform. Bei genau 15 Millimetern liegt die Grenze zwischen beiden.Türblattdicke dort messen, wo das Schloss sitzt0510152025mmKurzform1 bis 15 mmLangform15 bis 22 mm15 mm = GrenzeStahlspind,BlechtürHolz- undPlattentürmeist unter 15 mmmeist über 15 mm
Die Kurzform passt für Türblätter von 1 bis 15 mm, die Langform für 15 bis 22 mm. Bei genau 15 mm liegt die Grenze.

Miss die Dicke an der Stelle, an der das alte Schloss sitzt, nicht am Rahmen. 15 mm ist die Grenze zwischen den beiden Bauelängen: Wer die Dicke schätzt, bestellt schnell die falsche Länge.

2. Einbaulage: vertikal, rechts oder links

Einbaulage: vertikal, rechts oder links Drei Spindtüren mit Schlossfront. Vertikal: das Tastenfeld steht hochkant, geeignet für beide Anschlagrichtungen. Rechts: das Tastenfeld liegt waagerecht und der Knauf sitzt links davon. Links: waagerecht, der Knauf sitzt rechts vom Tastenfeld.VertikalTastenfeldhochkantRechtsKnauf linksvom TastenfeldLinksKnauf rechtsvom Tastenfeld
Die Einbaulage beschreibt, wie das Tastenfeld zur Tür steht. Vertikal passt für beide Anschlagrichtungen.
  • Vertikal: Tastenfeld hochkant, universell für beide Anschlagrichtungen.
  • Rechts: waagerecht, der Knauf sitzt links vom Tastenfeld.
  • Links: waagerecht, der Knauf sitzt rechts vom Tastenfeld.

Das RFID-Schloss SENSE+ lässt sich senkrecht und waagerecht montieren. Beim Codeschloss PIN wählst Du die Einbaulage als Variante am Produkt.

Nachrüsten in vorhandene Spinde

Beide Schlösser nutzen die vorhandene Rundlochung des alten Hebelschlosses. Du musst die Tür nicht neu bohren. Eine obere Befestigungsschraube über vorgebohrte Löcher sorgt dafür, dass sich nichts mitdreht.

  1. Altes Schloss ausbauen und die Maße nehmen: Türblattdicke und Einbaulage.
  2. Schließhebel ermitteln. Der Hebel ist nicht im Lieferumfang, weil jeder Schrank eine andere Länge braucht. Üblich sind die Sperrnasen Nr. 5 (38 mm) und Nr. 71 (50 mm). Eine Zuordnungstabelle Schrank zu Hebel gibt es nicht, am sichersten legst Du den alten Hebel daneben.
  3. Feuchtbereich? Dann gehört die Gummidichtung dazu.
  4. Schloss einsetzen, Befestigungsmutter mit höchstens 3 Nm anziehen, Hebel montieren.
  5. Funktionstest bei offener Tür. Code oder Karte einrichten, mehrfach verschließen und öffnen, bevor Du die Tür zuschlägst.

Eine ganze Anlage planen

Ab einer Schrankanlage rechnen wir nicht über den Shop-Preis, sondern individuell: mit Staffelpreis nach Menge, inklusive Hebeln und Dichtungen und mit einem verbindlichen Liefertermin für den Bauzeitenplan. Was Du vorab klären solltest:

  • Stückzahl und Schrankarten: Türblattdicke und Einbaulage je Schranktyp.
  • Karten testen (RFID): Das Schloss arbeitet mit MIFARE. Ob Eure Ausweise erkannt werden, hängt vom Kartentyp ab und lässt sich nicht aus dem Datenblatt ableiten. Wir testen vor einer Anlagenbestellung ein Kartenmuster an Euren echten Ausweisen.
  • Master- und Hausmeistercodes oder -karten: Auf Wunsch lesen wir sie ab Werk ein, jedes Schloss wird funktionsprüft.
  • Bohrschablone für die Erstmontage: Wir stellen sie bei Anlagen kostenlos leihweise zur Verfügung.
  • Lieferzeit: Die Schlösser sind Bestellware ab Werk, die Lieferzeit liegt bei etwa 6 bis 8 Wochen. Bei festem Fertigstellungstermin bestellst Du acht Wochen vorher.

Für Konditionen und Objektanfragen: Informationen für Geschäftskunden oder direkt Kontakt aufnehmen.

Häufige Fehler

  • Türblattdicke geschätzt. 15 mm ist die Grenze zwischen Kurz- und Langform.
  • Gummidichtung vergessen. In Bad, Sauna und Nassumkleide ist sie zwingend, weil das Schloss ab Werk nur für trockene Räume freigegeben ist.
  • Schließhebel nicht mitbestellt. Ohne Sperrnase verriegelt nichts.
  • Karten nicht getestet. Beim RFID-Schloss gehört der Test mit den echten Ausweisen vor die Bestellung. Daran scheitern Projekte.
  • Lieferzeit nicht eingeplant. Bestellware braucht etwa 6 bis 8 Wochen.
  • Mastercode oder Masterkarte nicht gesichert. Sie öffnen im Notfall jedes Fach: Bewahre sie an einem Ort auf, den die Leitung kontrolliert.
  • Befestigungsmutter zu fest angezogen. Höchstens 3 Nm.

Checkliste vor der Bestellung

  • Nutzer geklärt: fest (privat) oder wechselnd (öffentlich)
  • Medium gewählt: Code oder Karte, bei Karten die Ausweise getestet
  • Türblattdicke an der Schlossstelle gemessen (Kurzform oder Langform)
  • Einbaulage bestimmt (vertikal, rechts, links)
  • Schließhebel geklärt, bei Bedarf alten Hebel verglichen
  • Feuchtbereich: Gummidichtung eingeplant
  • Master- und Hausmeistercode oder -karte festgelegt
  • Lieferzeit von 6 bis 8 Wochen im Zeitplan

Häufige Fragen

Braucht ein elektronisches Spindschloss Strom oder Verkabelung?

Nein. Die Schlösser arbeiten mit drei AAA-Batterien und brauchen weder Netzanschluss noch Verkabelung. Sind die Batterien leer, versorgst Du das Schloss über den Micro-USB-Anschluss mit Notstrom.

Was passiert, wenn ein Nutzer seinen Code oder seine Karte vergisst?

Die Leitung öffnet das Fach mit dem Hausmeister- oder dem Mastercode beziehungsweise der entsprechenden Karte, ohne es aufzubrechen.

Wie viele Codes oder Karten kann ein Schloss verwalten?

Das Codeschloss PIN bis zu 10 Benutzercodes, das RFID-Schloss SENSE+ bis zu 100 Benutzerkarten, jeweils zusätzlich Hausmeister- und Mastercode beziehungsweise -karte.

Funktionieren unsere vorhandenen Mitarbeiterausweise?

Das Schloss arbeitet mit RFID-Medien vom Typ MIFARE. Ob Eure konkreten Ausweise erkannt werden, hängt vom Kartentyp und der Konfiguration ab. Wir testen das vor einer Anlagenbestellung mit einem Muster an Euren echten Karten.

Passt das Schloss in meine vorhandenen Spinde?

Wenn der Schrank eine Rundlochung für ein Hebelschloss hat, ja. Entscheidend sind die Türblattdicke (Kurzform 1 bis 15 mm, Langform 15 bis 22 mm) und die Einbaulage. Der Schließhebel muss zum Schrank passen und wird separat bestellt.

Kann ich die Schlösser in Bad, Sauna oder Nassumkleide einsetzen?

Mit der Gummidichtung ja, sie ist dort zwingend. Ohne Dichtung ist das Schloss ab Werk nur für trockene Räume freigegeben. Im Außenbereich oder bei Spritzwasser sind die Schlösser nicht vorgesehen.

Was ist der Unterschied zwischen PIN und SENSE+?

Nur das Medium: Beim PIN öffnest Du mit einem Code, beim SENSE+ mit einer RFID-Karte oder einem Transponder (MIFARE). Aufbau, Maße und Montage sind gleich.

Was bedeutet privater und öffentlicher Modus?

Im privaten Modus gehört ein Fach einer festen Person und öffnet nur mit den vorher registrierten Codes oder Karten. Im öffentlichen Modus verschließt jeder Nutzer ein freies Fach mit seinem eigenen Code oder seiner eigenen Karte und öffnet es damit wieder.

Kann ich die Fächer automatisch freigeben lassen?

Beim Codeschloss PIN ist eine zeitbasierte Entriegelung optional möglich: Fächer öffnen nach einem voreingestellten Zeitraum automatisch.

Wie schnell sind die Schlösser lieferbar?

Es ist Bestellware ab Werk, die nicht auf Lager liegt. Die Lieferzeit beträgt etwa 6 bis 8 Wochen. Bei festem Fertigstellungstermin bestellst Du acht Wochen vorher.

Was kostet eine Anlage mit vielen Schlössern?

Ab einer Schrankanlage rechnen wir individuell: mit Staffelpreis nach Menge, inklusive Hebeln und Dichtungen. Schreib uns Stückzahl, Türblattdicken und Einbaulagen, dann machen wir Dir ein Angebot.

Unsicher bei Ausführung oder Stückzahl?

Schick uns ein Foto vom Schrank und vom alten Schloss, dazu die Türblattdicke. Wir sagen Dir, welche Ausführung passt, und rechnen Dir bei mehreren Schränken ein Angebot.

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